"Euthanasie"-Gedenken-jetzt!! – Das Blog


Warum ich mit der ARD-Themenwoche so meine Probleme habe

„Kinder sind Zukunft“ (2007) kümmerte sich um Deutschlands Kinder und deren Potenzial, „Mehr Zeit zu leben“ (2008) um Lebensmöglichkeiten im Alter, steigende Lebenserwartung und um die Herausforderungen, die ein demografischer Wandel mit sich bringt, jeweils eine Woche in ALLEN Rundfunkanstalten der ARD. Und jetzt geht es in der neuen Themenwoche „Ist doch Ehrensache“ um ehrenamtliche HelferInnen, die sich für eine soziale Gesellschaft verdient machen. Und wieder spielt die ganze ARD-Mannschaft eine Woche lang verrückt.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde es äußerst gerechtfertigt und an der Zeit, dass ehrenamtliche HelferInnen im Fernsehen der Gesellschaft vorgestellt und geehrt werden.
Es stellt sich doch nur folgende Frage: Haben die Themen „Kinder sind Zukunft“ oder „Mehr Zeit zu leben“ in den Medien nach deren Themenwochen noch jemals stattgefunden? Eindeutige Antwort: Nein! Und da liegt der Fehler im System.
Denn solche, für eine soziale Gesellschaft unabdinbare Themen sind viel zu wichtig, als dass es reicht, sie eine Woche in den Medien zu präsentieren. Sie müssen dort eine dauerhafte, aber dezente Rolle spielen. Solche Reportagen über ehrenamtliche Helfer zum Beispiel könnte man in ein alltägliches Programm einfügen und muss sie nicht als „absolute Besonderheit“ im Programmablauf anpreisen. Die ehrenamtlichen HelferInnen machen aus ihrer Arbeit schließlich keinen großen Hehl. Wenn wir als Zuschauer eine Woche lang zu hören bekommen, wie wichtig beispielsweise ein ehrenamtliches Engagement ist, so nehmen wir uns eine Woche lang, vor selbiges zu tun, vergessen es aber danach getrost wieder. Und erinnert man sich dann an das fatale Vergessen so werden wir sogar noch von dem schlechten Gewissen, nichts dergleichen getan zu haben, befreit, wir hatten uns ja schließlich schon eine Woche „intensiv“ mit dem Thema „Ehrenamt“ beschäftigt. Aber geholfen haben wir damit auch keinem.
Deshalb halte ich die Einführung der „Themenwoche“ in der ARD für den denkbar falschesten Weg, gesellschaftliche Themen dauerhaft zu vermitteln. Ich denke eher, dass die Themenwoche die ARD von von dem schlechten Gewissen befreien soll, bisher zu wenig für eine soziale Gesellschaft getan zu haben. Dass sich dies durch die Konzentration des gesamten Medienangebots auf ein Thema in einer Woche von 52 Wochen ändert, ist pure Augenwischerei.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben nun eben neben der neutralen Informationspflicht auch die Pflicht, moralisch und gesellschaftlich wichtige Werte zu vermitteln, und zwar dauerhaft. Dieser Pflicht kommen sie jedoch derzeit in keinster Weise nach, leider!


Noch keine Kommentare bis jetzt
Kommentieren



Kommentieren
Zeilen- und Absatzumbrüche automatisch, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt, HTML-Tags zulässig: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>