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Das geht ja jetzt Schlag auf Schlag: Gestern noch einen Post über Frau Kennedy Shriver geschrieben, und heute erreicht mich Folgendes:
Am Samstag, den 05.September findet dieses Jahr die alljährliche Man- und Gedenkveranstaltung zu Ehren der Opfer der „Erbgesundheitsgesetze“ aus dem Nationalsozialismus statt.
Unter Dem Motto Gleichstellung und Entschädigung der Opfer – jetzt! werden neben dem Bezirksbürgermeister des Berliner Stadtteils Mitte, Dr. Christian Hanke, unter Anderem der Beauftragte des Landes Berlin für die Belange „behinderter“ Menschen, Martin Marquard, sowie die freihe Autorin Kerstin Schneider zu Wort kommen. Auch werden bei der diesjährigen Veranstaltung zwei Gebärdendolmetscher anwesend sein, damit sich keinerlei Barrieren den gehörlosen Menschen in den Weg stellen. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird Frau Ruth Fricke (BPE e.V.) durch die Veranstaltung führen.
In aller Kompaktheit:
Samstag, 05. September 2009,
Tiergartenstraße 4, Berlin-Mitte (vor der Philharmonie)
Beginn: 14:00 Uhr
Natürlich existiert die Einladung auch im PDF-Format. Diese kann man sich hier ansehen.
Ich hoffe auf zahlreiches Erscheinen!
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Heute morgen, 11.08.2009, ist die Schwester des früheren Amerikanischen Präsidenten John F Kennedy 88-jährig verstorben. Nun ja, das ist zunächst nicht unbedingt eine Meldung für ein Blog, das sich mit der „Euthanasie“-Geschichte und „behinderten“ Menschen in der heutigen Gesellschaft beschäftigt.
Eunice Shriver, die Mutter Maria Shrivers, jedoch hat erstaunliches für die „Behinderten“ und den „Behinderten“-Sport geleistet: Sie hat die ersten Special Olympics im Jahr 1968 organisiert, inspiriert von ihrer „geistig behinderten“ Schwester Rosemary Kennedy. Mit der Organisation und der regelmäßigen Austragung hat Frau Shriver somit „behinderten“ Menschen erstmals die Möglichkeit gegeben, sich in Olympischen Disziplinen einer stetig wachsenden Öffentlichkeit zu präsentieren und diese unweigerlich mit dem Thema „Behinderung“ und „behindert sein“ bzw. als „behindert“ bezeichnet zu werden, konfrontiert. Zwar gab es erste sportliche Wettkämpfe für Rollstuhlfahrer schon seit dem Jahr 1948, so wurde der Fokus in der Entwicklung des „Behinderten“-Sports doch zu sehr auf „körperbehinderte“ Menschen gelegt. In diesem Zuge entwickelten sich die die Paralympics, die seit 1992 in unmittelbarem Zusamenhang mit den Olympischen Sommer- bzw. Winterspielen organsiert werden. Doch für geistig „behinderte“ Menschen gab es alnge Zeit nichts dergleichen.
Auuch die seit 1968 in relativ regelmäßig stattfindende Spiele veränderten sich im Laufe der Zeit, und so findet man unter den insgesamt 27 offiziell anerkannten Special Olympics Sportarten neben „gewöhnlichen“ Sportarten wie Fußball, Schwimmen oder Leichtathletik auch „Softball“ oder „Speed-Inline-Skateing“, das derzeit noch auf eine Akkreditierung als „offizielle olympische Sportart“ wartet.
In Deutschland ist der Verband Special Olympics Deutschland mit der Organisation des „Behinderten“-Sportes für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung betraut. Weitere bedeutende Verbände finden sich in Luxemburg, Österreich, der Schweiz und natürlich Amerika, deren Seite bemerkenswerter Weise die Domain http://www.eunicekennedyshriver.org/“trägt. Das zeigt noch einmal, wie herzlich und liebevoll sich Frau Shriver für die Special Olympics engagiert hat.
Außerhalb der Special Olympics hat Frau Shriver (oder korrekt Frau Kennedy Shriver) Camps eingerichtet, in denen „geistig behinderte“ Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ihren sportlichen Hobbies nachgehen können. In diesem Video spricht die Gründerin über den Mangel an Möglichkeiten für „geistig Behinderte“, sich sportlich zu betätigen und das daraus resultierende Sieken des Selbstvertrauens und -wertgefühls.
In einer Reportage des Amerikanischen Fernsehsenders NBC wird die Biografie Frau Kennedy Shrivers kurz beleuchtet, und es wird deutlich, dass ihr Bruder, damals Präsident der Vereinigten Staaten, das Engagement seiner Schwester für den Sport von „gesteig behinderten“ Menschen tatkräftig unterstützt und die gesllschaftliche Anerkennung „behinderter“ Menschen maßgeblich gefördert hat.
Doch auch in Deutschland hat der „behinderten“-Sport einen prominenten Vertreter: Unseren Bundespräsidenten Horst Köhler. Regelmäßig besucht er neben Wolfgang Schäuble, in seiner Funktion als Bundesinnenminister (auch für den Bereich Sport zuständig>, der seit der Wahlkampfattacke eines Phanatikers querschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt, die Eröffnung sowie zahlreiche Wettkämpfe der Paralympischen Spiele. Für den deutschen Special Olympics Verband übernahm Horst Köhler kürzlich die Schirmherrschaft für die so genannten National Games, eine Art Special Olympics nur eben auf nationaler Ebene. Doch auch bei ihm geschieht das nicht alles ohne einen persönlichen Hintergründ: Horst Köhler hat eine blinde Tochter, die an der unheilbaren Augenkrankheit Augenkrankheit „Retinopathia pigmentosa“.
Doch trotz alledem: Der Geist von Eunice Kennedy Shriver lebt weiter, in dem von ihr zu Kräfte gebrachten Sport für „geistig behinderte“ Menschen. Für ihr Engagement und ihren selbstlosen Einsatz danken wir ihr von ganzem Herzen.
You are the stars and the world is watching you. BY your presence you send your message to every village, every city, every nation. A message of hope. A message of victory.
(Eunice Kennedy Shriver, 1987 Special Olympic Worldgames, South Bend, Indien)